Eine Geschichte-Parabel darüber, wie Kinder den Kernpunkt
und die Verderblichkeit der Prinzipien des "kranken"*
Leit- und Kreditzinses im Finanzsystem zeigten
.

Übersetzung aus dem Russischen.

Eine Lehrerin für Gesellschaftskunde gab den Kindern auf, einen Businessplan für Ihre Schule zu erstellen. Sie sagte sich so, ich lasse sie mal Ihre Kreativität entfalten, und die Schule als Model der Weltwirtschaft anzunehmen. Die Fünfklässler haben sich sofort an die Hausaufgaben gestürzt. Und nun ist der Tag der Präsentation gekommen.

  • Eine, nicht dem Alter entsprechend, weise Musterschülerin hat in Details Ihren Plan präsentiert, wie sie eine Ernährungsfabrik aufbaut.
  • Ein flinker rothaariger Junge stellte bildlich die fantastischen Perspektiven der Umwandlung des Verkehrssystems in der Schule vor. Dabei waren Aufzüge, Rolltreppen und Rikschas.
  • Ein sehr ernster und ordentlicher Junge, der gar nicht wie ein Computerfreak aussah, hatte einen Supervortrag über Automatisierung, Zugangskontrolle und Statistik auf der Basis des Schulcomputernetzes gehalten.
  • Ein lebhaftes lustiges Mädchen hat über eine Schuhfabrik, die nicht nur für alle Lehrer und Schüler, sondern auch für den Export Schuhe produziert.

Und dann meldet sich zu Wort ein zierliches und bescheidenes Mädchen, mit einem offenen Gesicht und schönen Augen.

- Ihr alle, - sagte sie den Mitschülern, - habt eure Businesspläne mit den Worten "ich nehme einen Kredit auf" begonnen. Und nun, ich eröffne eine Bank.

Durch die Reihen ist ein zurückhaltender Ton der Bewunderung und Neides gezogen: wie sind wir denn selbst nicht darauf gekommen?

- Ich habe folgende Bedingungen, - setzt das Mädchen fort, - jeder kann eine beliebige Summe nehmen. Der Jahreszinssatz beträgt 20%.

- Wie eine beliebige? Auch eine Million? – erhob den Kopf, ein gerade an dem letzten Tisch schlummernde Junge, eine typische Witzfigur "Wowotschka" ("Hans" in Deutschland), Schelm und Sitzenbleiber.

- Meinetwegen eine Milliarde oder auch Hundertmilliarden. Aber denkt daran, am Ende des Jahres müsst ihr das Darlehen mit Zinsen zurückgeben. Wer das nicht macht, dem nehme ich das Gut weg.

- Was, du nimmst den ganzen Business weg? – regte sich die rot anlaufende Musterschülerin auf.

- Nein, bestimmt nicht! Nur den fehlenden Teil, nicht mehr.

- Normale Bedingungen. Sogar ausgezeichnete, - sagte ausgewogen und betont der Computerfreak, der blitzschnell das mit dem Taschenrechner ausgerechnet hat, - ich bin einverstanden.

- Ihm nach, haben alle auch genickt – so eine gute und freigebige Bank hat allen gefallen.

- Also, setzte die bescheidene "Bankerin" fort, - am Anfang des Jahres gebe ich euch einen Berg Geld raus. Aber egal wie viel ich rausgebe, decken 100% Geld die 100% vom Schulbusiness. Am Ende des Jahres werde ich 120% vom rausgegebenen Geld zurückfordern. D.h. den "Berg" und dazu noch ein Fünftel des Berges, aber ihr habt nur den Berg. Die 20%, die ich oben drauf verlange, existieren nicht (weil ich es nicht "gedruckt2" habe). Folglich, nehme ich am Ende des Jahres euch 20% der Schule samt Schulbusiness.

- In einem Jahr schafft es einer, 120% Geld zu erwirtschaften, der andere sogar auch 400%. Aber das bedeutet, dass bei dem Nächsten mehr als die Hälfte fehlt, um die Schulden zurück zu zahlen. Das ist aber nebensächlich, denn nicht darauf sollt ihr eure Aufmerksamkeit lenken. Viel wichtiger ist es zu verstehen, dass ihr praktisch mir die 20% der Schule abgegeben habt, sobald ihr den Vertrag unterschrieben und den Kredit bekommen habt.

- Im nächsten Jahr noch 20%, u.s.w. Und nun bin ich bis zur zehnten Klasse die alleinige Besitzerin der Schule und eures Business. Heute träumt ihr vom Wohlstand, Business, Erfolg, Entwicklung. Bis zur zehnten Klasse aber, werdet ihr meine Sklaven, und ich bestimme dann wer weiter lebt und wer verhungern muss.

Die Klasse erstarrte. Die Lehrerin blinzelte fassungslos mit Ihren geschminkten Augen. Bei irgendwem vibrierte unglaublich laut das Handy.

- Ich pfeife auf so eine Bank, - meldete sich als Erster der Sitzenbleiber Wowotschka, - wir schaffen das auch ohne Bank.

- Genau!, - erleuchtete hoffnungsvoll die Lustige vom Schuhbusiness, - wir schaffen das auch ohne Bank. Wir werden durch Tauschgeschäfte und Dienstleistungen auskommen.

- Und wie wirst du dein Eis bezahlen, - wunderte sich aufrichtig die "Bankerin", - mit einem Absatz vom Stiefel? Wie wirst du deine Arbeiter bezahlen? Mit Sportschuhen? Dann haben sie keine Zeit mehr zu arbeiten, weil sie tagtäglich nach einem Becker suchen müssen, der Sportschuhe braucht, um ein Brötchen mit Marmelade zu kaufen. Hier, frag mal Daschka, ob sie mit Sportschuhen bezahlt werden möchte - sagte die "Bankerin", und zeigte auf die „Lebensmittelproduzentin“.

- Dann werden wir untereinander Gegenquittungen ausstellen! – findet sich sofort der Computerfreak.

- Gute Idee, - nickte die "Bankerin" einwilligend, - und nach drei Tagen hat jeder einen Haufen Zettelchen: "Ich gab Kolja einen Stuhl", "Wasja hat mich mit dem Fahrstuhl gefahren", "Bei Anja Sportschuhe genommen"… Und dann? Wie kommen wir aus dem allen raus?

In der Klasse wurde es wieder ganz still. Die leicht erblasste Lehrerin zerrte genervt an dem Armband und schaute dabei zerstreut mal auf die niedergeschlagene Klasse, mal auf die selbstbewusste und nette Referentin, die einen ehrlichen Blick hat.

- Moment mal, - rief Wowotschka und sprang so energisch auf, dass der Stuhl umfiel, - du, Ivanova, ist es sicher, dass die ganze Schule dir gehören wird?

- Na klar, - zuckte das Mädchen mit den Schultern. Das liegt doch auf der Hand.

- Dann…, - schnaufte Wowotschka und zupfte mit dem Nagel seine übliche Schwielen an den Faustknochen, und versuchte passende Wörter zu finden, - Ivanova, ich will für dich arbeiten. Wenn jemand sich weigert, die Schulden zurückzuzahlen, helfe ich dir, sie einzutreiben. Einverstanden? Ich nehme nicht viel. Gib mir nur den Computerraum, ich mache daraus eine Spielhalle.

- Gut, - sagte die "Bankerin" sofort zu, - du wirst die Krafteinheit.

- Ne, - brummelte Wowotschka, lass mich "Sonderkommando" heißen!

Die "Bankerin" nickte noch einmal und wendete sich an das sonst immer lustige und lebhafte, aber heute ganz traurige Mädchen:

- Annelein, sag mal, wozu brauchst du ein Schuhbusiness, das du sowieso verlierst? Du willst doch Gewinne haben und das Gut nicht verlieren, stimmt? Also, ich gebe dir 10% der Schule.

- Und was soll ich machen? – fragte Anna sie vorsichtig, mit dem Gefühl eine Falle gestellt zu bekommen.

- Weist du, ich bin nicht so scharf auf die Arbeit, deswegen wirst du für mich arbeiten. Das ganze Scherereien, das Geld verwalten, auszahlen… . Es könnte sein, dass im laufe des Jahres jemand noch einen Kredit aufnehmen will. So gebe ich dir das Geld zum Jahreszinssatz von 20%, und du wirst es zum Zinssatz von 22% ausleihen. Zu dem gebe ich dir zusätzlich 10% von meinem Anteil. Siehst du, alles ist gerecht.

- Und darf ich nicht zu Zinssatz von 22%, sondern….. zu dem, den ich will? – erheiterte sich wieder die "Lustige".

- Gewiss, aber denk nicht, dass die Schule dir gehören wird. Pass auf, du wirst das Geld zu Zinssatz von 33% verleihen, und nach ca. drei Jahren scheint die Schule dir zu gehören. Du hast allerdings das Geld bei mir zum Zinssatz von 20% geliehen, aber wie du schon weißt, die existieren doch nicht, und die Schule wird trotz allem in fünf Jahren mir gehören. Und nicht du selbst bekommst deine 10% von der Schule, sondern ich gebe sie dir. Verstehst du? Ich bin die Herrin!

- «… drauf» auf so eine Herrin, - sagte sie mit vor Zorn erröteten Backen, und bekam sofort von "der Spezialeinheit" Wowotschka einen kräftigen Schubs.

- MarPalna, - wendete sich die "Bankerin" an die friedlich grün werdende und halb ohnmächtige Lehrerin, - machen Sie sich keine Sorgen. Ich gebe Ihnen ein sehr gutes Gehalt. Sie sollen dafür allen beibringen, dass es nur so seien muss und nicht anders. Erzählen Sie den Kindern, dass man viel erreichen und reich werden kann, wenn man viel und gut arbeitet. Verstehen Sie, je mehr und besser sie arbeiten, desto schneller werde ich reicher, und je besser Sie den Schülern das Gehirn waschen, desto besser werden Sie von mir bezahlt. Ich es klar?  

In den Augen der Lehrerin erleuchtete ein Funk von Verständnis und Hoffnung. Sie nickte ununterbrochen kriecherisch mit dem Kopf und schaute treuevoll auf die Fünfklässlerin.

Es erschallte das rettende Klingeln… .

 *"krank" sind die Geldflussregel, wenn die die "Luftblasen" verursachen. Ein Beispiel der "gesunden" Geldflussregel findet man, z. B.:

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 Das Nachdenken und Kommentar zu diesem Artikel:

  • Bildlich gesagt, das Kapitalistisches System entspricht einer Situation, wo ein paar Wölfe eine Schafherde zusammengetrieben haben und demokratisch mit denen besprechen, was Sie zum Mittagessen essen werden.
  • "Die Geschichte vom Goldschmied Fabian - oder warum überall Geld fehlt". Dieser Film erklärt die Geschichte-Parabel mit vielen leicht-verständlichen Beispielen

Das Zusatzinfo:

  • Historisches interview mit Aaron Russo über die neue Weltordnung
  • Dokumentarfilm von Aaron Russo «"America" - Von der Freiheit zum Faschismus»
  • Russisches Fernseher: Amerika gleitet in den Faschismus ab
  • Andreas Popp. Ihr lernt das, was Ihr wissen dürft, und nicht das, was Ihr nicht wissen solltet. Ganz einfach erklärt!  
  • Prof. Dr. Christian Kreiß. Die Eurokrise - Unangenehme Wahrheiten über Europa und die Welt
  • Prof. Dr. Bernd Senf - Vortrag bei "Der Währungscountdown"